Startchancen-Programm jetzt umsetzen – Appell des Startchancen-Netzwerks für mehr Tempo beim Hilfsprogramm für Schülerinnen und Schüler

Auch anderthalb Jahre nach dem offiziellen Start des Startchancen-Programms ist in vielen Schulen die Hilfe für Schul- und Unterrichtsentwicklung noch nicht angelaufen. Dabei tickt die Uhr. Denn mit jedem Monat ohne Förderung steigt die Gefahr, dass sich die Situation an den Schulen weiter zuspitzt und die Kinder abgehängt werden. Zusätzlich sinken die Zuversicht und Motivation der Schulleitungen. Diese sind mit Handreichungen und bürokratischen Vorgaben überhäuft worden. Unterstützende Maßnahmen, um das Programm umzusetzen, sind indessen nicht in Sicht. Daher appellieren die Mitglieder des Startchancen-Netzwerks an alle beteiligten Akteure, die bürokratischen Hürden zu überwinden und den Schulen und damit den Kindern zu helfen – jetzt.

Der Bund hat für das Startchancen-Programm Milliarden bereitgestellt. Doch noch immer melden Schulen zurück, dass das Geld nicht vollumfänglich ankommt“, erklärt Navina Nauta, Mitglied des Vorstands des VNN und des Startchancen-Netzwerks. Die genannten Gründe sind vielfältig: Mancherorts gibt es keine Freigabe der Startchancen-Gelder durch die Schulträger, anderswo wird verlangt, dass die Ziele nachgeschärft werden oder das Geld wird nicht bewilligt, weil die Messbarkeit nicht gewährleistet sei. Zusätzlich erschweren unterschiedlich gehandhabte Vergabeverfahren die Freigabe. Navina Nauta dazu: „Die übergeordneten Ziele sind doch klar benannt, die Schulleitungen wissen zudem, was ihre Schulen brauchen, nun stehen Schulaufsicht und Schulträger in der Pflicht, die Schulen unbürokratisch bei der Freigabe der Mittel zu unterstützen.“ In Hinblick auf die mangelnde Messbarkeit weist sie darauf hin, dass vielerorts die Voraussetzungen für datengestützte Schulentwicklung immer noch fehlen und Bildungserfolge nicht so einfach messbar sind: „Wenn wir keine digitale Infrastruktur haben, um Förderbedarfe zu erheben und Lernverläufe sichtbar zu machen, ist Messbarkeit ein sehr aufwendiges Unterfangen, das Schulen nicht so ohne Weiteres leisten können. Zudem sind Erfolge nicht immer unmittelbar messbar, insbesondere wenn wir auf sozial-emotionale Förderung, Gewaltprävention, Demokratiebildung oder Gesundheitsförderung schauen.

Daher appelliert Navina Nauta an diejenigen Stellen, die die systemische Ebene im Startchancen-Programm vertreten: „Jetzt ist es wichtig, die Schulen bei den aktuellen Herausforderungen konsequent und verlässlich zu unterstützen. Sie brauchen Planungssicherheit und Rückenwind. Alle Voraussetzungen sind erfüllt, sodass schnelles Handeln möglich ist.

Startchancen-Schulen können über die Website des Startchancen-Netzwerks den zu ihnen passenden Partner finden. Alle Mitglieder des Startchancen-Netzwerks sind Mitglieder des VNN Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. und verpflichten sich zur Einhaltung der Qualitätsstandards des Verbands.

Zitat Navina Nauta:

„Der Bund hat für das Startchancen-Programm Milliarden bereitgestellt. Doch noch immer melden Schulen zurück, dass das Geld nicht vollumfänglich ankommt.“