Berlin, 22.06.2026
Heterogene Klassen, unterschiedliche Familiensprachen und wachsende Anforderungen an ein friedliches und respektvolles Miteinander auf dem Pausenhof – die Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin steht vor Herausforderungen, wie sie für viele Schulen in Deutschland typisch sind. Einzelmaßnahmen, die punktuell ansetzen, reichen in einem solchen Umfeld erfahrungsgemäß nicht aus. Was es braucht, ist ein tragfähiges Konzept, das alle Akteure mitnimmt und im Schulalltag wirklich funktioniert.
Genau diesen Weg beschreitet die Schule seit dem vergangenen Schuljahr gemeinsam mit dem Bildungsträger xmentors. Das Ziel: Gewaltprävention als Teil einer ganzheitlichen Schulentwicklung zu verankern – und dabei Lehrkräfte, Eltern und Kinder gleichermaßen in den Prozess einzubeziehen.
»Gewaltprävention kann nur dann nachhaltig wirken, wenn sie nicht als Einzelmaßnahme gedacht wird, sondern als Teil einer lebendigen Schulkultur – getragen von Lehrkräften, Eltern und Kindern gemeinsam«, sagt Jülia Devies, pädagogische Leitung bei xmentors.
Erste Ergebnisse – und große Potenziale
xmentors verfolgt bei der Zusammenarbeit mit Schulen einen ausdrücklich systemischen Ansatz: Nicht einzelne Zielgruppen werden isoliert adressiert, sondern alle relevanten Akteure werden gleichzeitig in den Blick genommen und in den Veränderungsprozess einbezogen. Im Kontext der Grundschule am Mueßer Berg bedeutete das konkret, dass zunächst in enger Abstimmung mit der Schulleitung die zentralen Handlungsfelder identifiziert und individuelle Bedarfe erhoben wurden. Auf dieser Grundlage entwickelte xmentors ein passgenaues Konzept, das im laufenden Schulbetrieb implementiert wurde.
Ein zentrales Element des Projekts ist die gezielte Einbindung der Eltern – einer Gruppe, die im schulischen Alltag oft nur schwer erreichbar ist. Viele Eltern haben selbst negative Schulerfahrungen gemacht oder stehen vor sprachlichen Hürden, die einen regelmäßigen Kontakt erschweren. Das Elterncafé-Format begegnete diesen Vorbehalten mit einem niedrigschwelligen, vertrauensbildenden Angebot. Die Beteiligung ist seither spürbar gewachsen und bildet die Basis für eine langfristig tragfähigere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Schülerinnen und Schüler selbst. Über ein Schuljahr hinweg trainierten alle Klassen gewaltfreie Kommunikation, Empathiefähigkeit, Selbstregulierung und Konfliktlösekompetenz – und das nicht nur im Klassenraum: Viele Inhalte wurden direkt im Schulalltag erprobt, auf dem Pausenhof und in realen Konfliktsituationen. Ein gemeinsamer Fortbildungstag sicherte zudem den Transfer in den Schulalltag und band das gesamte pädagogische Personal aktiv in die Weiterentwicklung des Konzepts ein.
Auch die abschließende Evaluation zeigt eine positive Veränderung in der Selbstwahrnehmung der Schüler*innen. Im Vergleich zum Projektstart erleben sie sich zunehmend als selbstwirksam und erfolgreich darin, Konflikte durch Kommunikation und Kooperation zu bewältigen. Die Elternpräsenz in den Café-Formaten steigt langsam, aber stetig. Und das pädagogische Personal bringt durch seine Beobachtungen wertvolle Impulse in die Weiterentwicklung des Projekts ein. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Fortsetzung und Vertiefung der Zusammenarbeit im kommenden Schuljahr, das unter dem Motto »Gemeinsam für Respekt und Toleranz – schön, dass du da bist!« steht.
»Ich freue mich zu sehen, wie sich langsam erste Erfolge einstellen. Wir erleben, wie Kinder Konflikte zunehmend selbständig und konstruktiv lösen – und wie Eltern, die früher kaum Kontakt zur Schule hatten, mittlerweile unser Elternangebot wahrnehmen. Nachhaltige Veränderung braucht Zeit, aber wir sehen bereits jetzt eine positive Tendenz. Der Weg, den wir gemeinsam mit xmentors eingeschlagen haben, ist der richtige. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit«, fasst Svenja Lis, Schulleiterin der Grundschule am Mueßer Berg die Kooperation zusammen.
Potenziale des Startchancen-Programms nutzen
Das Projekt an der Grundschule am Mueßer Berg zeigt exemplarisch, was möglich ist, wenn Ressourcen gezielt und konzeptionell durchdacht eingesetzt werden. Programme wie das Startchancen-Programm eröffnen Schulen in herausfordernden Lagen genau diese Chancen: gezielt in Schulentwicklung und Gewaltprävention zu investieren, neue Kooperationen einzugehen und langfristig wirksame Veränderungen anzustoßen. Viele Schulen in Deutschland stehen vor ähnlichen Ausgangssituationen – die Erfahrungen aus Schwerin machen Mut: Bereits kleine Schritte in Richtung mehr Beteiligung, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung können viel bewegen.
Über xmentors
Die xmentors GmbH begleitet Schulen im Rahmen von Veränderungsprozessen mit einem ganzheitlichen Angebot in den Bereichen Schulentwicklung, Weiterbildung und Coaching sowie Potenzialentwicklung der Schüler:innen. Als 100-prozentige Tochter der Nestor Bildungsinstitut GmbH greift das Unternehmen auf 40 Jahre Erfahrung in der Bildungsbranche und ein tragfähiges Netzwerk zurück. xmentors bringt umfassende Expertise in der Beantragung und zielgerichteten Nutzung öffentlicher Fördermittel mit und entwickelt maßgeschneiderte Lösungen für Schulen und Lernende.
Über die Grundschule Mueßer Berg
Die Schweriner Grundschule am Mueßer Berg zeichnet sich durch eine vielfältige Schülerschaft sowie ein breit aufgestelltes pädagogisches Angebot aus. Das multiprofessionelle Team umfasst Lehrkräfte, sonderpädagogische und pädagogische Fachkräfte sowie Fachkräfte der Schulsozialarbeit. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist die verlässliche Begleitung der Kinder in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung.








