Erfolgsgeschichte

Mit xmentors und der Grundschule am Mueßer Berg zu einer gewaltfreien Schule

Wie die Grundschule am Mueßer Berg gemeinsam mit xmentors eine gewaltfreie Schulkultur aufgebaut hat — systemisch, nachhaltig und mit allen Beteiligten.

Gemeinsam für eine gewaltfreie Schulkultur

Die Ausgangssituation

Heterogene Klassen, unterschiedliche Familiensprachen und eine hohe Fluktuation im Kollegium. Einzelmaßnahmen reichen nicht — es braucht ein tragfähiges Konzept, das alle mitnimmt und im Schulalltag wirklich funktioniert.

Gemeinsam für eine gewaltfreie Schulkultur – Potenziale des Startchancen-Programms

Wie kann es gelingen, dass sich Kinder in der Schule sicher fühlen, Konflikte konstruktiv lösen und Eltern stärker eingebunden werden? Viele Schulen stellen sich genau diese Frage – gerade im Kontext zunehmender Herausforderungen im Schulalltag.

Ein vielversprechender Ansatz liegt darin, Gewaltprävention nicht isoliert zu denken, sondern als Teil einer systemischen Schulentwicklung. Genau diesen Weg sind wir gemeinsam mit der Grundschule am Mueßer Berg gegangen – mit dem Ziel der nachhaltigen Stärkung einer gewaltfreien Schulkultur.

Schule als gemeinsamer Entwicklungsraum

Wir von xmentors betrachten Schule systemisch. Daher verfolgen wir einen ganzheitlichen Schulentwicklungsansatz, bei dem wir möglichst alle beteiligten Akteure in einem Transformationsprozess mitdenken und einbeziehen. Im Kontext Schule bedeutet dies an der Schnittstelle Schule, Kinder, Eltern & Sozialraum aktiv zu werden, um eine wirkliche Veränderung herbeizuführen aber auch, um Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und einander zu entlasten.

Vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam mit der GS am Mueßer Berg ein langfristiges Projekt ins Leben gerufen, um die Schule in ihrer Zielsetzung, eine gewaltfreie Schulkultur zu stärken, als Kooperationspartner zu unterstützen. Dabei haben wir 3 Akteure für erfolgreiche Veränderung ins Boot geholt: Die Schule, die Eltern und die Kinder.

1. Die Schule – Ausgangspunkt für nachhaltige Veränderung

In einem ersten Schritt haben wir mit der Schulleitung Handlungsfelder identifiziert, individuelle Bedarfe erhoben und auf dieser Basis das Ziel der Stärkung einer gewaltfreien Schulkultur formuliert.

Danach ging es in die konzeptionelle Arbeit, um für 17 Schulklassen der Klassenstufen 1-4 ein zielgruppengerechtes pädagogisches Konzept für Gewaltprävention zu entwickeln.

An einem gemeinsamen Fortbildungstag haben wir die Nachhaltigkeit und Transfersicherung unseres Angebotes in den Blick genommen. Um sicherzustellen, dass die Erfolge unseres Angebotes verstetigt und perspektivisch den Transfer in den Schulalltag schaffen, haben wir an diesem Tag das pädagogische Personal einbezogen. Da wir mit xmentors die Konzeptentwicklung und Durchführung der Trainings vollständig übernommen haben, war es nun an der Zeit die Lehrkräfte in die erste Auswertung einzubinden.

In einer gemeinsamen Evaluationsrunde haben wir unser pädagogisches Konzept zur Gewaltprävention vorgestellt, bisherige Erkenntnisse und Anpassungen diskutiert, sowie ein nachhaltiges Folgeprojekt zur Verstetigung vorgestellt.

2. Die Eltern – eine oft vernachlässigte Schlüsselressource

Bei der erfolgreichen Befähigung der Kinder, Strategien zur Gewaltprävention zu erlernen, spielen die Eltern eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig erleben viele Schulen, dass die Zusammenarbeit mit Eltern nicht immer einfach ist. Viele Eltern haben selbst negative Schulerfahrungen gemacht, stehen vor sprachlichen Barrieren oder anderen Herausforderungen, die einem Kontakt mit der Schule im Wege stehen.

Daher braucht es oftmals zunächst grundlegend Vertrauensbildung zwischen Schule und Eltern mit dem Ziel einer besseren Anbindung der Eltern an die Schule und perspektivisch der Etablierung lernförderlicher Elternarbeit. Aus diesem Grund haben wir ein niederschwelliges Angebot in Form eines Elterncafes bei den Eltern beworben und eingerichtet. Solche Formate können einen wichtigen Beitrag leisten, um Eltern langfristig stärker in schulische Entwicklungsprozesse einzubeziehen.

3. Die Kinder – im Zentrum des Projekts

Für die Kinder schlägt unser Herz, daher lautet einer unserer zentralen pädagogischen Werte: „Parteilichkeit für das Kind“. Wir haben über ein Schuljahr hinweg mit allen Schulklassen gewaltfreie Kommunikation sowie weitere Strategien zur Gewaltprävention und Streitschlichtung eingeübt und gleichzeitig unterschiedlich ausgeprägte sozial-emotionale Kompetenzen wie Selbstregulierung, Empathiefähigkeit und Konfliktlösekompetenz gefördert.

Dabei blieb es nicht bei theoretischen Übungen im Klassenraum. Viele Inhalte wurden direkt im Schulalltag erprobt, etwa in den Hofpausen oder in realen Konfliktsituationen. So konnten die Kinder das Gelernte unmittelbar in die Praxis umsetzen.

Erste Ergebnisse – und große Potenziale

Was bleibt am Ende dieses Schuljahres? Wir haben uns mit diesem Projekt gemeinsam mit Eltern, Schule und Kindern auf den Weg gemacht, das langfristige Ziel der Stärkung einer gewaltfreien Schulkultur zu verfolgen.

Unsere Evaluation zeigt erste Erfolge v.a. in der Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen bei den SuS, die zunehmend gelernte Strategien erproben aber auch in Hinblick auf die Aktivierung der Eltern, deren Präsenz in den Elterncafés steigt. Auch die Einbeziehung des pädagogischen Personals zahlt sich aus in Form von relevanten Beobachtungen und neuen Impulsen. Diese werden wir als Grundlage für die Fortführung unserer Zusammenarbeit nutzen.

Fazit

Warum solche Projekte jetzt besonders wichtig sind

Programme wie das Startchancen-Programm eröffnen Schulen neue Möglichkeiten, gezielt in Schulentwicklung und Gewaltprävention zu investieren.

Das Beispiel der GS am Mueßer Berg zeigt:

  • Gewaltprävention kann systemisch gedacht werden
  • Eltern lassen sich erfolgreich einbinden
  • Kinder können aktive Gestalter einer positiven Schulkultur werden

Viele Schulen stehen aktuell vor ähnlichen Herausforderungen. Programme wie das Startchancen-Programm eröffnen hier neue Möglichkeiten, gezielt Unterstützung für Schulentwicklungsprozesse zu nutzen und gemeinsam mit verschiedenen Akteuren an einer positiven Schulkultur zu arbeiten.

Erfahrungen aus Projekten wie diesem zeigen, dass bereits kleine Schritte in Richtung mehr Beteiligung, Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung viel bewegen können. Entscheidend bleibt jedoch, dass Veränderung gemeinsam gedacht wird – mit den Kindern, den Eltern und den Menschen, die Schule täglich gestalten.

Klingt das nach Ihrer Schule?

Viele Schulleitungen stehen vor ähnlichen Herausforderungen — schwer erreichbare Eltern, einzelne Maßnahmen, die nicht wirklich etwas verändern, und zu wenig Zeit für das Wesentliche.